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Förderung

Um die Resilienz der autistischen Kinder zu fördern, ist es erforderlich, dass eine inklusive Schule auch die passende Lebensumgebung bietet. Der Abbau von Barrieren (z.B. über Telepräsenzsystem, mehr Platz für die Kinder, Rückzugsmöglichkeiten, akustische Ruhe,...) ermöglicht über die Erlangung eines neurologischen Ruhezustandes langfristig Potentialentfaltung und Resilienz; dies macht inklusive Beschulung erst effektiv möglich. Wenn in dieser Weise im Sozialraum der autistischen Kinder die Lebenswirklichkeit berücksichtigt wird, dann können diese mit anderen auf die eigene Art kommunizieren, und lernen, auch Selbst-bestimmt zu leben. So kann eine drohende seelische Behinderung der autistischen Kinder und Jugendlichen wie im SGBVIII §35a [1] beschrieben, verhindert werden.
 
Die Inklusiven Angebote des Vereines orientieren sich deshalb am individuellen Unterstützungsbedarf. So können alle Kinder Teilhabe erfahren, damit die Heranwachsenden ihre Talente und Begabungen entfalten können. Dies gilt für Kinder die nicht unter behindernden Umständen leben ebenso wie für jene denen Barrieren eine Last darstellen. Deshalb wird neben der konkreten Förderung, dem Abbau und der Regulierbarkeit der Barrieren im Räumlichen und Pädagogischen ein großer Teil der Aufmerksamkeit gewidmet, auch in Form von Beobachtung die behindernden Umstände zu erkennen.
 
Autismus ist hierbei als Begriff für eine neurologische Veränderung in Form eines menschlichen Seins im Rahmen menschlicher Vielfalt (Diversität) [2] zu verstehen. Es ist somit ein Wort, das für Menschen verwendet wird, die eine hochempfindliche, andersartige Reizverarbeitung über Sinneseindrücke bis ins Soziale hin aufweisen. Autisten unterscheiden sich in der Wahrnehmung, sowie auch der Denkstruktur, von der Mehrheit der Bevölkerung deutlich, als gesunder Teil menschlicher Vielfalt.[3] Es ist deshalb auch als kulturelles Konstrukt zu betrachten, das heißt: es ist unsere Kultur, die ein bestimmtes Verhalten zu einem Problem werden lässt. Und nur in einer solchen Kultur gibt es Autist_innen.[4] Die Lebensweise, die gesellschaftlichem Konsens entspricht, hat für autistische Menschen zur Folge in Sozialräumen auch durch Barrieren behindert zu werden, die von Menschen überhaupt erst geschaffen wurden. Diese sind beispielsweise Lärm, bestimmte akustische Frequenzen, unnatürliche Umgebung, künstliches Licht, fehlender Schatten, hektische Bewegungen, manche Veränderungen in gewohnten Umgebungen, Berührungen, starke Ungewissheit und nicht zuletzt Zwänge gegen die eigene Natur zu Sein handeln zu müssen, ab frühester Kindheit.[5] Es bedarf Barrierefreiheit/-regulierbarkeit, um einen Ruhezustand zu ermöglichen, aus dem heraus eine gesunde Entwicklung möglich wird - was laut UN-Behindertenrechtskonvention[6] mittels eines "Universellen Designs" das die Bedürfnisse aller berücksichtigt, umgesetzt werden soll.
 
Die Kinder im Alter von 0-18 (max. 21) Jahren erhalten in den Hilfen für Familien (z.B. über das Figurenspiel) ebenso wie im schulischen Bereich der ergänzenden Förderung und Betreuung sowie ergänzende schulische Hilfe und Pflege eine umfassende Förderung. Um sich mit unseren Konzepten vertraut machen zu können bieten wir hier einen Überblick der Methodik und Vorgehensweisen. 
 
 
 
Einzelnachweise

 
1. SGBVIII, Sozialgesetzbuch Achtes Buch Kinder- und Jugendhilfe, § 35a SGB VIII Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche
2. THEUNISSEN 2014, S. 16
3. WHITE UNCIORN e.V.: https://www.white-unicorn.org/?mod=autismus
4. COLIN MÜLLER: http://autismus-kultur.de/autismus/autipedia/autismus.html
5. ESH: http://autisten.enthinderung.de/kollision/
6. UN BRK: https://www.behindertenrechtskonvention.info - Stand 26.10.2016

 


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